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Viele Fragen beim Runden Tisch zum Thema Kokerei

Vertreter der Kokerei, der Bezirksregierung, des LANUV und der Stadt Bottrop standen Anwohnern Rede und Antwort.

© Stadt BottropEin überfüllter Ratssaal zeigt den großen Informationsbedarf der Anwohner.

Am Montag, 3. Juni, fand im Rathaus der Runde Tisch zur Kokerei, den PAK-Messungen und zur Staubbelastung im Bottroper Süden statt. Angemeldet hatten sich rund 50 Teilnehmer aus den betroffenen Wohngebieten, gekommen waren mehr als einhundert. Die Sitzplätze im Ratssaal und im Zuschauerbereich waren gefüllt, einige standen, wieder andere hatten sich einen Platz auf der Empore gesucht.

Eingeladen zum Runden Tisch, der von Oberbürgermeister Bernd Tischler geleitet wurde, hatte die Stadt Bottrop. Für die Anwohner standen neben Vertretern der Stadtverwaltung vor allem Vertreter der Bezirksregierung Münster als zuständige Aufsichtsbehörde und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), das die Untersuchungen im Bottroper Süden durchführt, und Vertreter von ArcelorMittal als Betreiber der Kokerei zur Verfügung.

In mehr als drei Stunden stellten sich das breite Podium den verschiedenen Fragen der Anwohner, die sich vor allem um die Risikobewertung in Bezug auf den Gesundheitsschutz, um die aufsichtsbehördliche Kontrolle und Einflussnahme gegenüber dem Betreiber und um die Maßnahmen der Kokerei zur Verringerung der Belastungen drehten.

Das LANUV hatte zuvor mit Hilfe von Schaubildern und Zahlen noch einmal die Situation in Bezug auf die PAK-Belastung und die Messmethoden dargestellt. Die Bezirksregierung gab einen Überblick über die Rechtslage in Bezug auf das Bundesimmissionsschutzgesetz, die Kontrollen, die seitens der Behörde durchgeführt werden und den öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Selbstverpflichtung von ArcelorMittal über die rechtlichen Rahmen hinaus.

ArcelorMittal stellte den Verlauf der PAK-Immissionen über einen Zeitraum von 18 Jahren dar. (Siehe dazu den Download der Präsentation als PDF-Datei unten auf dieser Seite). Danach sei es zunächst gelungen durch technische Neuerungen und Umbauten die Immissionen zu senken, allerdings habe es 2015 einen deutlichen Ausreißer nach oben gegeben und insgesamt sei eine tendenzielle Steigerung der Werte ab 2013/2014 zu erkennen.

Ursache seien einzelne technische Elemente im Prozessbetrieb der Kokerei, wie beispielsweise an den Löschtürmen oder an den Ministeigrohrdeckeln. Diese habe man bereits saniert bzw. man plane eine Sanierung oder technische Umstellung und dies auch an anderen technischen Komponenten der Kokerei. Die Kokerei werde in Zukunft, wenn die Maßnahmen umgesetzt seien, den Zielwerte von 1 Nanogramm PAK pro Kubikmeter Luft einhalten. Auch die Belastung mit Kohlestaub, die den Anwohnern seit einiger Zeit ein großes Ärgernis ist, wolle man deutlich reduzieren.

OB zieht Fazit

Oberbürgermeister Bernd Tischler zog am Ende der Veranstaltung ein Fazit auch zum weiteren Vorgehen:

  • Die Kokerei müsse die Zielwerte für die PAK-Immissionen einhalten und die Staubbelastung reduzieren, dies sei ein berechtigtes Interesse der Anwohner hinter der er sich als Oberbürgermeister stelle.
  • Es müsse positiv anerkannt werden, dass die Maßnahmen der Kokerei über die gesetzliche Mindestanforderung hinaus gehen. Hier warte man auf die Umsetzung und die Wirkung im Laufe des Sommers.
  • Die Bezirksregierung prüfe regelmäßig den Kokereibetrieb und prüfe diesen auch unangemeldet.
  • Die Untersuchung der Gartenböden habe begonnen. Über die Ergebnisse werde die Stadt Bottrop berichten.
  • Die Messungen mit Grünkohlpflanzen werden ausgeweitet, um bessere Erkenntnisse über die Situation in den angrenzenden Stadtteilen zu bekommen.
  • Eine Hotline bei der Stadt Bottrop ist geschaltet und werde auch weiter fortgeführt. (02041 704050)
  • Es werden Informationsflyer in den Stadtteilen verteilt.
  • Das Thema werde in den politischen Gremien der Stadt weiter verfolgt und beraten. Auftakt ist die gemeinsame Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umweltschutz und des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Familie am 18. Juni.
  • Am 11. Juli findet eine Anwohnerversammlung in der Aula der Hauptschule Welheim statt. (Siehe unten auf dieser Seite.)
  • Der Dialog in Form des Runden Tisches werde fortgesetzt. Der nächste Runde Tisch werde im Herbst stattfinden auf der Grundlage, dass bis dahin die Kokerei die angekündigten technischen Veränderungen vorgenommen habe.

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