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Für 'Grünkohl-Messungen' im Bottroper Süden liegen Ergebnisse vor

Die Belastungen mit Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) – darunter Benzo(a)pyren – in Teilen des Bottroper Südens sind höher als erwartet. Die Stadt Bottrop empfiehlt den dortigen Bewohnern, aufgrund dieser Messergebnisse vorsorglich auf den Verzehr bestimmter Gemüsesorten zu verzichten.

Die Ergebnisse der sogenannten Grünkohl-Messungen im Bottroper Süden liegen vor und geben Anlass zu Vorsicht und vorsorglichem Handeln. Die gesundheitliche Bewertung der PAK-Gehalte in den in Bottrop untersuchten Grünkohlpflanzen ergibt unter Berücksichtigung der PAK-Aufnahme aus dem allgemeinen Warenkorb eine einschränkende Verzehrempfehlung für Blattgemüse, das im Untersuchungsgebiet angebaut wurde.

Auf Bitten der Stadt Bottrop hatte die Bezirksregierung Münster das LANUV im August 2018 beauftragt, die Belastung von Nahrungspflanzen in Teilen des Bottroper Südens auf ihre Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zu untersuchen und gesundheitlich zu bewerten. Ziel der Untersuchung war es festzustellen, ob Gartengemüse aus Privatgärten im Umfeld der Kokerei Prosper bedenkenlos verzehrt werden kann.

Dazu wurden die PAK-Gehalte in Grünkohlpflanzen bestimmt, die zwischen August und November an insgesamt neun Messpunkten in den Stadtteilen Welheim, Batenbrock und Welheimer Mark in besonderen Pflanzgefäßen aufgestellt wurden.

Weil Grünkohlpflanzen mit ihren stark aufgegliederten Blättern und der ausgeprägten Wachsschicht besonders gut fettlösliche organische Schadstoffe wie PAK aus der Luft aufnehmen können, ist Grünkohl für Untersuchungen dieser Art besonders gut geeignet. Für Daten, die mit dem standardisierten Verfahren der Grünkohlexposition erhoben werden, gibt es zudem langjährig ermittelte Hintergrundwerte für NRW, die als Vergleichswerte für das Messgebiet in Bottrop herangezogen werden können.

Gemessen wurde die Leitsubstanz Benzo(a)pyren und verschiedene Substanzen der PAK-Gruppe in Summe.  Dabei waren die Grünkohlpflanzen auf den Flächen in der Umgebung der Kokerei unterschiedlich stark belastet. Die Benzo(a)pyren-Gehalte der zwischen August und November 2018 in Bottrop exponierten Grünkohlpflanzen betrugen zwischen 0,26 und 3,5 Mikrogramm pro Kilogramm Frischmasse. Die höchsten Werte wurden nördlich der Kokerei Prosper gemessen. Auch westlich der Kokerei im Stadtteil Batenbrock waren die Werte gegenüber der Hintergrundbelastung erhöht. Östlich und südlich der Kokerei im Stadtteil Welheimer Mark wurden Konzentrationen im Bereich der Hintergrundbelastung von NRW gemessen.

Die Stadt Bottrop empfiehlt den Anwohnern Blattgemüse aus Gärten in den belasteten Flächen vorsorglich nicht oder nur eingeschränkt zu verzehren.

Für die Bereiche nördlich und westlich der Kokerei empfiehlt die Stadt Bottrop: Kein Verzehr von Grünkohl und Gemüsearten wie Mangold, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Rübstiel, Staudensellerie sowie für Kräuter (auf der Karte als violett Bereich gekennzeichnet).

Für den südlich der Kokerei untersuchten Bereich heißt die Verzehrempfehlung: Grünkohl und Gemüsearten wie Mangold, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Rübstiel, Staudensellerie sowie Kräuter sollten höchsten drei- bis viermal pro Woche verzehrt werden (pinker Bereich).

Nach bisherigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sind kopfbildende Blatt- und Kohlgemüse, wie Kopfsalat, Weiß- und Rotkohl sowie Wurzel-, Knollen- und Fruchtgemüse in der Regel deutlich weniger mit luftgetragenen Schadstoffen belastet und können deshalb weiterhin verzehrt werden. Sie sollten allerdings vor dem Verzehr in jedem Fall sehr gut gewaschen oder geschält werden. Das Gleiche gilt für Früchte, die ebenfalls angebaut und gegessen werden können.

Bei den Angaben handelt es sich ausschließlich um Empfehlungen zur gesundheitlichen Vorsorge, nicht um Verbote.

Zu den Ergebnissen sowie weitergehende Informationen wird die Stadt Bottrop eine Webseite ins Netz stellen. Sie ist erreichbar unter der Kurzadresse: www.bottrop.de/pak-messungen. Auch soll eine Telefonhotline eingerichtet werden.

Darüber hinaus sollen für die Anwohner zwei Bürgerversammlungen stattfinden und ein Informationsflyer in mehreren Sprachen herausgegeben werden.

Aufgrund der jetzt vorliegenden Ergebnisse empfiehlt das LANUV weitergehende Untersuchungen. Die Stadt Bottrop und das LANUV befinden sich hier bereits in Absprachen für eine konkrete Umsetzung. Hierzu zählen die Einrichtung weiterer Messpunkte nordöstlich und westlich der Kokerei sowie zusätzliche Messstellen in besonders sensiblen und aktiven Bereichen.

Zusätzlich zur Untersuchung von den extra für die Messung ausgesetzten Pflanzen, sollen exemplarisch auch Grünkohlproben aus den Gartenböden der Anwohner erfolgen. Auch wird kurzfristig die Beprobung auf weitere Gemüsesorten ausgedehnt, um so den Eintrag von PAK in verschiedene Nahrungspflanzen bewerten zu können.

Hintergrund

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen als Produkt der unvollständigen Verbrennung von organischem Material. Diese schwerflüchtigen Verbindungen finden sich vor allem in Auspuffgasen von Kraftfahrzeugen, in Rußen, Rohgasen von Kokereien, Braun- und Steinkohlenteerpechen aber auch in gegrillten oder geräucherten Nahrungsmitteln und Zigarettenrauch.

Hinsichtlich der möglichen gesundheitsschädlichen Wirkungen steht die krebserzeugende Wirkung von PAK und insbesondere Benzo(a)pyren im Vordergrund.

Links:

Informationen zu den Messungen, Karten mit der Lage der Messstellen und Einzelergebnisse für die jeweiligen Messpunkte findet man im Untersuchungsbericht des LANUV auf folgender Webseite:

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