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© Stadt Bottrop

Klimakonferenz war voller Erfolg mit großer Strahlkraft

Einen Tag nach der internationalen Konferenz ziehen die Organisatoren ein positives Fazit. Sowohl in den Beiträgen und in den Workshops während der Veranstaltung als auch beim runden Tisch einen Tag danach konnten Grundlagen für eine zukünftige Austauschplattform zu Klimaprojekten gelegt werden.

© Stadt BottropGut besetzt: Plenum und Workshops auf der Konferenz.

Die Organisatoren der Bottroper Klimakonferenz und Oberbürgermeister Bernd Tischler werteten die Veranstaltung als einen großen Erfolg. Sowohl zur gemeinsamen Sache, Projekte zum Schutz des Klimas zu entwickeln und diese in die Umsetzung zu bringen, als auch für das Profil der Stadt sei die Konferenz ein wertvoller Beitrag gewesen. "Die Teilnehmer haben viel mitgenommen und viel gelernt. Ich würde mich freuen, wenn wir ein Konferenzformat 'Blauer Himmel, Grüne Stadt' etablieren könnten, die Veranstaltung zu einer Plattform zum Austausch auch auf internationaler Ebene ausbauen könnte und uns in zwei Jahren wieder sehen", sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Neben vielen Experten aus Deutschland hatten auch Vertreter aus den USA, China, Russland und Dänemark an der Klimakonferenz teilgenommen, so der Bürgermeister für Technologie und Umwelt von Kopenhagen, Morten Kabell, Georgy Kekelidze von der Russia Association for Renewable Energy, Qiang Rong, Vertreter der Deutsch-Chinesischen Industriestädteallianz und Dale Medearis, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Johns Hopkins Universität (Baltimore) und einer der hauptverantwortlichen Umweltplaner des US-Bundesstaates Virginia.

Auf der Konferenz standen neben vielen einzelnen Überlegungen aus den vier angebotenen Workshops auch im Fazit Punkte, die generell gelten: So wurde festgestellt, dass Techniken zur Einleitung und Umsetzung von Klimaschutzanstrengungen genug vorhanden seien. Auch die Finanzen seien oft genug nicht das Problem, da es gerade in Deutschland "viel Geld in Förderprogrammen verborgen" gebe - es gelte da, sich in diesem Dschungel zurechtzufinden und die Mittel entsprechend abzurufen.

Entscheidend sei die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger durch geeignete Maßnahmen, was die InnovationCity Bottrop in hervorragender Weise vormache, sowie der Abbau von bürokratischen Hemmnissen, zu denen der Geschäftsführer der InnovationCity-Managementgesellschaft einleuchtende Beispiele referiert hatte. Bei der Aktivierung der Bürgerschaft gelte es, konsequent Kampagnen zu fahren, die allerdings einige Finanzmittel binden würden, was sich so manche klamme Kommune nicht so ohne weiteres leisten könne. Generell müsse ein langer Atem an den Tag gelegt werden,"dicke Bretter müssen gebohrt werden", so Professor Jens Watenphul in der Ergebniszusammenfassung seines Workshops.

Kopenhagens "Chefplaner" Morten Kabell forderte den Mut zur Veränderung nicht allein , aber besonders im Bereich Mobilität.

© Stadt BottropWollen in Zukunft weiter zusammenarbeiten: Oberbürgermeister Bernd Tischler mit Konferenzteilnehmern vor dem Rathaus.

Einen Tag nach der Veranstaltung hatte OB Bernd Tischler noch zu einer "Mayor roundtable discussion" ins Rathaus eingeladen. Leider musste der Vertreter aus China bereits am Vorabend abreisen, doch ergab sich auch so eine muntere, inhaltsreiche  Debatte bei unterschiedlichsten Rahmenbedingungen:

Dale Medearis aus North Virginia (USA) nannte vier Punkte, die er und seine Mitstreiter vom Bottroper Modell gelernt hätten: Die Koordinierung von öffentlichem und privatem Sektor, den oft schwierigen Abbau  von bürokratischen Hürden, den Bottroper Solardach-Plan und technische Lösungen wie etwa das spezielle Straßenpflaster, das belastende Stoffe binden könne. Im Gegenzug zeigte sich Bernd Tischler von der hervorragenden Datenlage, die den US-Amerikanern zur Verfügung stünde, beeindruckt.

Als weltweites Positivbeispiel  für eine funktionierende  Fahrrad-Stadt gilt Kopenhagen. So hörten alle rundum den Konferenztisch im Rathaus aufmerksam zu, als Morten Kabell über die Veränderungen in den Quartieren dort und die hart erkämpfte Zusammenarbeit jenseits von "Kirchturmdenken" sprach. Kopenhagen hat den Autoverkehr deutlich aus der City verdrängt (minus 67 Prozent), bei einer deutlichen Zunahme in anderen Mobilitätsbereichen (Fußgänger, plus 165 Prozent, Fahrräder, plus 60 Prozent, allerdings auch nur 5 Prozent  im Busverkehr). Kabell sah für Bottrop ein großes Verbesserungspotential die Radmobilität betreffend.

Georgy Kekelidze erläuterte die russische Sichtweise, an der OB Tischler den Pragmatismus schätzt. Er habe viel von der InnovationCity und auch jetzt wieder durch die Konferenz gelernt. Dazu zählt er das Erkennen der Bedeutung der Rolle der Städte im Prozess, die Aufgabe der Ausbalancierung von Ökonomie und Ökologie sowie das Erkennen der herausragenden Rolle, die der Baubestand in der Veränderung spielt. Er begrüßt den Austausch zwischen innovativen Städten im Bereich Klimaschutz. "Bottrop steht auch für die unabdingbare Zusammenarbeit der Stakeholder sowie die entscheidende Notwendigkeit, die Einwohner mit auf den Weg zu nehmen", meint Kekelidze, der in Russland als besondere Herausforderung sieht, die Passivität der dortigen Bürger aufzubrechen. Viel gelernt habe man auch aus dem Vorgehen von Bottrop im Strukturwandel und mit Blick auf die Zeit nach dem Bergbau.

Herbert Brüning für die deutsche Modellstadt Norderstedt betonte die Notwendigkeit neuer Bauformen und die Nutzung anderer Baumaterialien in der Zukunft. Bei der Sanierung der bestehenden Bausubstanz sei man von der hohen Quote in Bottrop beeindruckt, weswegen man aich die Kommunikationswege in der Modellstadt Bottrop zum Vorbild nehme. Kritisch sieht er im Generellen, dass sich Unternehmen noch zu wenig, beispielsweise in Fragen der Energieeffizienz, bewegen würden.

Michael Schwarze-Rodrian vom Regionalverband Ruhr betonte, dass man für jedes Quartier jeweils die richtige Strategie entwickeln müsse, was in der Innovation City Bottrop gut umgesetzt worden wäre. Im nächsten Jahr müsse man gezielt die vielen Ergebnisse des Projekts kommunizieren, um Bottroper Ideen in der Region und darüber hinaus zu verbreiten.

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