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Nabu und Umweltamt raten zum Verzicht auf Bremsenfallen

Naturschutzbeirat informierte sich über eine Studie zum Einsatz auf Pferdeweiden.

© Unplash, Alex BlăjanAus ökologischer Sicht kontraproduktiv: Falle für Pferdebremsen.

In der vergangenen Sitzung des Naturschutzbeirates war die Erschütterung sowohl bei den ehrenamtlich tätigen Experten des Gremiums als auch bei den Fachleuten der Stadtverwaltung gleichermaßen groß. Schon im Mai diesen Jahres ergaben sich erste Hinweise darauf, dass die sogenannten „Bremsenfallen“, welche überwiegend auf Pferdeweiden anzutreffen sind, erhebliche negative Auswirkungen auf andere Insekten haben.

Nun hat die städtische Bedienstete Sonja Kruscha dem Beirat einen Bericht vorgelegt, welcher sich unter anderem auf die bislang unveröffentlichte Masterarbeit der ehemaligen Studienkollegin Kruschas an der Universität Bielefeld, Nina Jäckel, bezieht. Das Fazit dieser Untersuchung ist erschreckend. Vieles deutet darauf hin, dass die in Werbeversprechen
auschließlich auf den Fang von Bremsen angepriesenen Gerätschaften diesen Zweck so gut wie nicht erfüllen. Statt dessen belegen die Fangauswertungen, dass Bremsen nur in einem erstaunlich geringem Umfang (teilweise nur vier Prozent) nachgewiesen werden konnten. Im Rahmen der Untersuchung wurde sogar festgestellt, dass die Pferdebremse kein einziges Mal in den Bremsenfallen gefunden wurde.

Weil die Bremsenfallen als „landwirtschaftliches Zubehör“ eingestuft werden, unterliegt deren Aufstellung bislang keiner behördlichen Genemigungspflicht, wie sie beispielsweise für die von Wissenschaftlern genutzten "Malaise-Fallen" erforderlich ist. Dabei wirken diese grundsätzlich nach dem gleichen Funktionsprinzip. Von den Herstellern werde suggeriert, so der Vorsitzende des Naturschutzbeirates Hans-Jürgen Fey und der städtische Umweltamtsleiter Stefan Beckman, dass die Fallen ausschließlich Bremsen fangen würden. Deshalb würden sie von den Pferdebesitzern vermutlich meist bedenkenlos aufgestellt. Der dadurch erzeugte immense Verlust an Biomasse, mit allen negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt, bis hin zur gesteigerten Verknappung der Nahrungsgrundlage von Vögeln und Reptilien, sei dabei kaum jemandem bewußt.

Die Untersuchung hätte darüber hinaus eindeutig belegt, dass aufgrund des unselektiven
Wirkungsprinzips sogar geschützte und vom Aussterben massiv bedrohte Arten in hohem Masse dezimiert würden. Gezieltere und effektivere Einsatzmöglichkeiten gegen Bremsen würden bislang außer Acht gelassen. Gesetzliche Regelungen zu diesem Thema seien bislang auch extrem unzureichend.

Eine Modellvariante der Fanggeräte besteht aus einem mit Klebstoff behafteten schwarzen
Kunststoffeimer. Berichten zufolge sind an diesen Fallen schon Vögel elendig verendet, als sie beim Versuch, die auf der Falle gefangenen Insekten als Futter zu nutzen, diesen Gerätschaften selber „auf den Leim“ gegangen sind.

Stefan Beckmann und Hans-Jürgen Fey appellieren deshalb gemeinsam an alle Fallen-Nutzer, freiwillig auf die Anwendung jeglicher Ausführungen dieser nachteilig wirkenden Fanggeräte zu verzichten. Die Fangsaison sei akuell zwar eigentlich vorüber, man werde die Entwicklung aber auch zukünftig aufmerksam beobachten und die Öffentlichkeit über die gewonnenen Erkenntisse informieren.

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