JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Bernd und Hilla Becher.
Bergwerke und Hütten – Industrielandschaften

7. Februar bis 2. Mai 2010

Über vierzig Jahre hat das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher an einer Bestands­aufnahme von Gebäuden der Industriearchitektur gearbeitet. Fabrikhallen, Fördertürme, Gasbehälter, Stahlöfen, aber auch Fachwerkhäuser gehören zu den Sujets, die sie in Deutschland, in England, Frankreich, Mitteleuropa und den USA aufgenommen haben.

Sie nennen diese Gebäude 'Anonyme Skulpturen', um auf deren eigentlich künstlerische Qualität hinzuweisen, die jedoch im Bewusstsein der zumeist unbekannten Baumeister und der Benutzer keine Rolle spielte. Ihre Fotografie will diese verborgenen skulpturalen Qualitäten verdeutlichen; genauso ist sie historische Dokumentation, mit der eine untergehende Baukultur - viele der fotografierten Gebäude und Anlagen sind heute nicht mehr in Gebrauch oder bereits abgerissen - vor dem Vergessen bewahrt werden soll.

Das Ehepaar Becher hat sich von Beginn an der Industriearchitektur im Ruhrgebiet mit besonderem Interesse gewidmet, namentlich den für diese Region typischen Berg­werken und Stahlhütten. Zum ersten Mal wird mit unserer Ausstellung dieser Bereich ihres Schaffens systematisch erschlossen. Namen wie die der Zechen Concordia und Hannibal oder der Gutehoffnungshütte stehen bis heute für die industrielle Geschichte des Ruhrreviers. Dabei konzentriert sich die Ausstellung nicht auf einzelne Gebäude, sondern nimmt die Anlagen als ganze und ihre Situierung innerhalb des Stadt- oder Naturraums in den Blick. Dieser von den Bechers 'Industrielandschaft' genannte Bildtypus stellt das Ruhrgebiet in Bezug zu vergleichbaren Komplexen in Deutschland, Europa und den USA. Die für die Geschichte der Region so wichtige Sprache der Industriearchitektur findet hier zu einer gültigen Darstellung.

Zur Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Verlag Schirmer/Mosel das Buch Bernd und Hilla Becher. Bergwerke und Hütten (188 Seiten, 154 Duotonetafeln, Broschur) erschienen. Preis im Museum: 36 Euro.

Die Ausstellung war Teil des von den RuhrKunstMuseen organisierten Projekts Mapping the Region im Programm der Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und die Kulturstiftung der Sparkasse Bottrop.


Hörfunk- und TV-Beiträge zur Ausstellung im Internet:

Zeche Consolidation
Zeche Hannibal
Zeche Concordia
von oben nach unten:
Bernd und Hilla Becher, Zeche Consolidation, Gelsenkirchen, 1974
Bernd und Hilla Becher, Zeche Hannibal, Bochum-Hofstede, 1973
Bernd und Hilla Becher, Zeche Concordia, Oberhausen, 1967