JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Alfred Erhardt. Photographien

31. Mai bis 7. Juli 2002

Die Fotografien Alfred Erhardts (1901 - 1984) sind im weitesten Sinne Naturaufnahmen. Er zeigt in Makrofotografie (1:1) Bodenformationen im Watt und die Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung. Darüber hinaus gehören Muscheln, Kristalle und Korallen zu seinen bevorzugten Sujets.

Bestimmend ist eine strenge Präzision seiner Werke mit Blick auf Strukturen und Materialeigenschaften. Sein Ziel war es, die "absoluten Gesetze aller Erscheinungen" und die "überzeitlichen elementaren Urkräfte" der Natur darzustellen. Weitere Motivschwerpunkte waren die Skulptur- und Architekturfotografie.

Seine Fotografien konzipierte Erhardt als Erster bewusst seriell, erst in der Schau aller Werke einer Serie erschließt sich deren Gestaltungskonzept. 1928/29 besuchte er das Bauhaus, um bei Josef Albers, Oskar Schlemmer und Wassilij Kandinsky zu studieren. 1933, nach Einrichtung eines ersten Vorkurses für Zeichnung und Malerei außerhalb des Bauhauses, erhielt er im Zuge der NS-Diktatur Berufsverbot als Maler und wandte sich der Fotografie zu. Er gilt als der erfolgreichste Fotograf unter den Bauhauskünstlern.

Die Fotografie bildete jedoch nur einen Teil seiner vielfältigen Begabungen, Alfred Erhardt war außerdem Komponist, Maler sowie Filmproduzent. In dieser Eigenschaft erhielt er nach 1945 Auszeichnungen für mehr als 50 Kulturfilme, darunter vier Bundesfilmpreise und weitere internationale Preise.

Die Ausstellung in Bottrop umfasste etwa 160 Fotografien aus den Jahren 1933 bis 1970.

Alfred Ehrhardt
Iberus gualterianus - Südost-Spanien, 1940/41, Alfred-Ehrhardt-Archiv,
GAFF Rotenburg/Wümme, Ausstellungsplakat