JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Ben Willikens. Orte und Räume der Moderne

14. April bis 16. Juni 2002

Ausgehend von der klassischen Auffassung von Perspektive thematisiert Ben Willikens die Darstellung von Raum und Architektur auf so abstrakte Weise, dass die architektonischen Elemente zu rein geometrischen reduziert werden. Damit behauptet er in der Kunstlandschaft seiner Zeit eine sehr eigenständige Position und setzt sich von den gleichzeitigen Strömungen des Hyper- und Fotorealismus ab.

Willikens nimmt reale Räume als Sujet und verwandelt sie in menschenleere, in monochrom grau gehaltene Raumkonstruktionen. Diese "entwesten", kühlen Räume schließen jede Anwesenheit von Ausschmückung und Lebendigem aus und vermitteln ein ebenso anonymes wie zeitloses Raumverständnis ohne "Verortung".

In der Orte-Serie von 1996 beschäftigt sich der Künstler mit monumentaler Architektur der Nazizeit wie etwa dem Nürnberger Zeppelinfeld oder dem Münchner Ehrenhoftempel. Mit der für ihn typischen Entleerung der Orte setzt sich Willikens intensiv mit der Architektur auseinander, ohne sie zu ironisieren oder zu entfremden. Seine Bilder fragen nach der ästhetischen und politischen Geltung dieser Bauwerke in unserer Zeit und danach, ob Auftraggeber oder gewesener Zweck diese Architektur in ihrem formalen oder ästhetischen Rang diskreditieren.

Seine Serie Räume der Moderne setzt das Künstlergespräch mit der Architekturgeschichte fort und ist zeitlich wie auch thematisch mit der Orte-Serie verbunden. Auch hier reduziert Willikens bekannte Orte auf das Wesentliche, transponiert die Räume der Moderne aus ihrer Zweckwelt in eine Welt der reinen Erscheinung in Weiß, Schwarz und Grau.

Zur Ausstellung ist der gleichnamige Katalog erschienen. Preis: 18 Euro.

Transformatorenstation
Nürnberg, Zeppelinfeld, Eingang zur Transformatorenstation,
Acryl auf Leinwand, 1996