JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Antonio Calderara. Hommage zum 100. Geburtstag

1. Juni bis 20. Juli 2003

Stille sehen, Licht erleben – mit diesem Spannungsverhältnis lässt sich Antonio Calderaras Kunst umschreiben.
Sie erwuchs aus Calderaras tiefem Erlebnis der Landschaft um den Lago d'Orta im Piemont und kulminierte in einer Serie von Bildern und Aquarellen, in denen Farbe und abstrakte Bildformen in kristalliner Transparenz sich zunehmend verabsolutieren.

Diese Hommage an Antonio Calderara soll an den hundertsten Geburtstag eines der verschwiegensten Meister der italienischen Kunst erinnern, dessen gegenwärtige Wertschätzung leider in keinem angemessenen Verhältnis zum künstlerischen Rang seines Werks steht. Die Entwicklung des Autodidakten Calderara (1903 – 1978) vollzog sich in einem langwierigen Prozess seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie gipfelte in einem abstrakten "Spätstil", der mit dem ersten gegenstandslosen Aquarell von 1959 einsetzte und den Maler auch einem internationalen Publikum näher bekannt machte. Calderara entwickelte von da an eine Bildsprache, deren Formen ihre Herkunft aus dem Naturerlebnis nicht verleugneten. Seine Bilder wurden einer Vielzahl jüngerer Künstler dies- und jenseits der Alpen seit den 1960er Jahren ein wichtiger Bezugspunkt.

Es ist dies die zweite Ausstellung von Calderara in Bottrop nach 1978. Wir erinnern damit auch an die besondere Verehrung des Italieners für die Kunst von Josef Albers, die ihn veranlasste, unserem Haus ein Bild mit dem Titel "Ricordi di Josef Albers" zu schenken, das er am Todestag von Albers gemalt hatte.

Die Ausstellung wurde konzipiert von der Staatlichen Graphischen Sammlung München.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit Texten von Michael Semff, Andreas Strobl, Wolf Wezel und Heinz Liesbrock erschienen. Preis: 16 Euro.

La famiglia - Dopo il temporale, 1934
La famiglia - Dopo il temporale, 1934, Öl auf Leinwand, 600 x 700 mm