JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Arno Schmidt. Vier mal vier – Fotografien aus Bargfeld

20. Februar bis 24. April 2005

Der Schriftsteller Arno Schmidt ("Zettels Traum") war in seinen Texten ein genauer Beobachter der Lautlichkeit der deutschen Sprache. Aus dem konkreten Sprechen der Menschen, auch aus den vielfältigen regionalen Färbungen der Umgangssprache, gewann seine Prosa wichtige Impulse. Darin folgte Schmidt besonders James Joyce.

Schmidt wurde bereits früh ein begeisterter Fotograf, war mit der Kamera ein kundiger Amateur, der die sichtbare Welt, die sich vor seinen Augen zeigte, vermaß. Fernglas, Kamera und Lupe gehörten auf Spaziergängen und Reisen zu seinen ständigen Begleitern. 1958 zog Schmidt mit seiner Frau Alice nach Bargfeld in der Lüneburger Heide, wo er bis zu seinem Tod 1979 am Rand des Dorfes wohnte. Dieser Umzug fiel zeitlich zusammen mit der Popularisierung der Farbfotografie, die nun zu einem preiswerten Massenmedium wurde, das zahllose private Erinnerungen festhielt.

Schmidt fotografierte regelmäßig auf Diafilmen und tauschte das Festgehaltene an langen Abenden mit Freunden aus. Aus einem Nachlass von etwa 2500 Bildern hat nun der Fotografiehistoriker und Kenner des Schmidtschen Werks Janos Frecot siebzig Bilder ausgesucht. Sie alle sind in der Umgebung von Schmidts Wohnhaus entstanden und überzeugen durch ihre Sachlichkeit und die immer spürbare Zuneigung zur konkreten Landschaft und den Dingen. Der heimatliche Humus, der dem großen Schriftsteller ein Leben und Arbeiten ermöglichte, wird hier sichtbar. Neben den Fotos werden drei Dialeuchtkästen gezeigt.

Die Ausstellung beruht auf einer Zusammenarbeit mit der Arno Schmidt Stiftung.

Holunder vor Schmidts Haus
Holunder vor Schmidts Haus,
© Arno Schmidt, Vier mal vier, Fotografien aus Bargfeld, Janos Frecot (Hrsg.),
Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag