JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Sabine Funke. Gemälde. Skulptur.
Ein Raum für Luis Barragán.

14. Januar bis 12. März 2006

Sabine Funke studierte 1974 bis 1986 an der Folkwangschule Essen und an der Städelschule Frankfurt a. M. unter anderem bei Reimer Jochims. Sie lebt und arbeitet in Karlsruhe. 1995 erhielt Sabine Funke den Förderpreis der Malerei des Westfälischen Kunstvereins Münster, 2005 den Hanna-Nagel-Preis der Stadt Karlsruhe.

Die Künstlerin hat in ihrer Entwicklung eine stringente, schlüssige Wandlung vollzogen. Bereits in frühen Bildern ist die Farbe wie die Kontur maßgebliches Thema ihrer Werke. Beides bezieht sich aufeinander und die jeweilige Wand, vor der die Arbeit zur Erscheinung kommt. Die Bildträger haben fast objekthaften Charakter. Die stete Entwicklung zu einer Wandmalerei und Farbarchitektur, die die Farbe auf Bildträgern in den Raum selbst bringt, macht die Farbe zu einem Erlebnis, wie es reinen Tafelbildern nur selten gelingt. Hier ist der Bezug zu Josef Albers zu sehen, der gleichermaßen komprimiert wie komplex mit der Farbe gearbeitet hat und in der Reduktion auf eine Grundform diese Farbintensität erreicht hat.

Funkes Wandmalerei und ihren Tafelbildern ist eine besondere Strahlkraft eigen, die sie durch das dünne Auftragen von synthetischen Farben erreicht. Die Tonwerte der Farben sind das zentrale Thema ihrer Arbeiten. Das Ergebnis sind Bildräume von hoher Transparenz und Leuchtkraft. Die Künstlerin beschreibt ihr Anliegen so: "Wenn die Architektur selbst zum Bildträger wird und der Raum zum Farbraum, kann Farbe geradezu körperlich erfahren werden. Farbe wirkt direkt auf unser Gefühlsleben und ist in gleicher Weise offen wie Musik, ohne uns mit vorbestimmten Inhalten zu konfrontieren."

Neben Gemälden zeigt diese Ausstellung auch zwei großflächige Wand-malereien, mit denen die Künstlerin in den letzten Jahren zunehmend bekannt geworden ist. Ebenfalls wird eine farbige Raumskulptur vorgestellt, durch die spezifische Wirkweisen der Farbe zu einer Ausdrücklichkeit geführt werden. Durch die räumliche Ausdehnung der Farbflächen entstehen Farbräume, die sich parallel zur vorhandenen Architektur entwickeln.

Die Künstlerin widmet die Ausstellung dem legendären mexikanischen Architekten Luis Barragán (1902 – 1988), der für sie in den letzten Jahren zu einer Inspiration für die eigene Malerei geworden ist. Gerade die für Barragáns Konzept wichtige Verbindung der Architektur mit großflächigen Farbfeldern spielt dabei eine Rolle. Der besondere Farbsinn von Sabine Funkes' Raum für Barragán' ist eine Referenz an den Architekten und dessen Verehrung für die Kunst von Josef Albers.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit Texten von Erich Franz und Heinz Liesbrock erschienen. Preis: 19,80 Euro.

Raumaufnahme
Raumaufnahme
Installationen und Bilder der Ausstellung im Josef Albers Museum Quadrat