JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Raimund Girke. Farbe und Licht – Malerei aus fünf Jahrzehnten

5. Juli bis 20. September 2009

Mit großer Ruhe und Intensität hat sich Raimund Girke in seiner Malerei der Farbe Weiß unter den Bedingungen des sich wandelnden Lichts gewidmet. Was einfach klingt, eröffnet zugleich eine fast unendliche Spannbreite an Möglichkeiten. Immer geht es um die Frage, wie sich dauernde Bewegung und Differenzierung im Bild zur Darstellung bringen lassen.

Im Jahr 2007 erhielt das Josef Albers Museum durch Karin Girke eine großzügige Schenkung von sechs Bildern aus verschiedenen Schaffensphasen ihres 2002 verstorbenen Mannes. Diese Schenkung nehmen wir zum Anlass einer Ausstellung, die Bilder von den fünfziger Jahren bis zum Spätwerk des Künstlers aus öffentlichen und privaten Sammlungen zeigt.

Wie für Josef Albers war für Raimund Girke die Auseinandersetzung mit der besonderen Wirkkraft der Farbe die eigentliche Herausforderung; wie Albers hielt auch er Wahrnehmung und Reflexion regelmäßig in der Form lyrischer Texte fest.

Die Beschäftigung beider Künstler mit der Farbe unterscheidet sich auf den ersten Blick. Albers schwelgte in der Zusammenführung unterschiedlichster Farben, wo Girke das Weiß und sein Spektrum auslotete. Doch beide widmeten sich ihrem Thema mit einer vergleichbaren Hingabe des Sehens und Denkens. Dabei erkannten sie im Licht das eigentliche Ereignis einer Malerei, bei der Albers auf die Geste und Girke auf die Perspektive vollständig verzichtet.

Zur Ausstellung ist ein Katalog (Broschur) mit den Abbildungen der sieben Werke aus dem Bestand des Museums und einem Text von Heinz Liesbrock und Ulrike Growe sowie einem Gedicht von Raimund Girke erschienen. Preis: 10 Euro.

ohne Titel, 1999/2000
ohne Titel, Öl auf Leinwand, 200 x 220 cm, 1999/2000
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009