JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Josef Albers. Farbbeziehungen –
Studien und Malerei auf Papier 1940 – 1960

Ein Erwerb für die Sammlung des Josef Albers Museum

Josef Albers' Malereien auf Papier sind Werke von besonderer künstlerischer Bedeutung. Fast alle Blätter sind ausgearbeitete Studien, die Stufen der Vorbereitung seiner Gemälde darstellen. Zugleich ist jedes Blatt für sich eine Untersuchung zur Farb- und Raumwirkung in der Malerei. Die Verwandlung der farblichen Erscheinung im Nebeneinander der Farben und die Überlagerung gegensätzlicher perspektivischer Impulse zielen auf einen aktiven Betrachter. Albers erprobt die Bedingungen des Sehens in eben dem Maß, in dem er Farbe und Raum in Beziehung setzt. Alle Arbeiten zeugen von einer besonderen Freiheit der Hand und einer Präsenz des Farbmaterials, die der Künstler in den später ausgeführten Gemälden bewusst nur im Hintergrund anklingen lässt. So erweitern diese Blätter unser Verständnis des Arbeitsprozesses bei Albers wesentlich.

Die Folge der Blätter setzt ein um 1940 mit Werken, die sich unmittelbar der Begegnung mit der präkolumbischen Architektur und dem Farbklima Mexikos verdanken. Die Entstehung fällt in eine Zeit, in der Albers nach langen Jahren der Absenz wieder zu malen begonnen hatte. Es ist offensichtlich, dass er in Mexiko eine Befreiung seines ästhetischen Empfindens erfährt, die ihn zu eigenwilligen, strahlenden Farbklängen führt, wie sie in der europäischen Malerei der Moderne so noch nicht gesehen worden waren. Auch die sogenannten Adobes, entstanden seit Mitte der vierziger Jahre, beziehen sich auf Mexiko, indem sie eine dort übliche Weise der farblichen Fassung von Gebäuden zum Muster für eigene Farbkompositionen machen. Albers ist auf der Suche nach einer selbst neutralen Form, die in den Hintergrund unserer Wahrnehmung treten soll, um so besser das unendliche und unabsehbare Spiel der Farben aufnehmen zu können. Im Quadrat findet Albers dann um 1950 diese in seinen Augen ideale formale Gestalt der Farbe. Jedes der hier vorgestellten Blätter macht die unmittelbare Faszination durch die Phänomenalität der Farbe - my craziness about color, wie es der Künstler ausdrückte - nachvollziehbar. Albers war in seiner Arbeit mit ganzer Entschiedenheit Maler und zugleich ein Philosoph der Farbe.

Für das Josef Albers Museum - das nunmehr als einzige öffentliche Institution eine solch hochkarätige Gruppe verwahrt - ist dieser Ankauf der wichtigste Erwerb seit seiner Gründung, der den Sammlungsbestand wesentlich erweitert. Der Stellenwert des Hauses als europäisches Zentrum für die Kunst von Josef Albers wird damit weiter gesichert. Wir sind der Josef and Anni Albers Foundation, die diese Werke an uns abgibt, dankbar für das Vertrauen, das sich darin ausdrückt, zumal es sich um eine Teilschenkung handelt.

Die Werkgruppe konnte erworben werden mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Kunststiftung NRW und des Landes Nordrhein-Westfalen. Weitere Mittel kommen von der Stadt Bottrop, der Kulturstiftung der Sparkasse Bottrop, dem Museumsverein für das Josef Albers Museum und von privaten Förderern.

Mantic
Homage to the Square
Tautonym
von oben nach unten:
Josef Albers, Abstraktion ohne Titel (Mantic), um 1940
Josef Albers, Farbstudie zu Homage to the Square, o. J.
Josef Albers, Studie zu Tautonym, 1944
© Josef and Anni Albers Foundation