"ExtraSchicht" tauchte Bernepark in Feuerschein
Feuer übt auf die Menschen eine große Faszination aus. Das konnte man am 9. Juli bei der Extraschicht im Bernepark beobachten. Fast 10.000 Besucher waren zu der ehemaligen Kläranlage in Ebel gekommen. Dort gaben die "Firedancer" den Takt vor. Hula Hoop mit brennenden Reifen, Trommeln auf brennenden Ölfässern - als das im Rhythmus des dröhnenden Schlagzeugs beeindruckte die Besucher. Am Ende stand eine Besucherzahl, mit der so weder die Gesellschaft für Stadtmarketing (GSB) noch die Ruhrtourismus GmbH gerechnet hatte. "Das sind Zahlen, die kommen ja fast an die Werte aus den Vorjahren am Tetraeder heran", freut sich Natascha Sadowski von der GSB. "Zwischenzeitlich mussten wir sogar die Zugänge dicht machen, weil sonst zu viele Menschen auf dem Gelände gewesen wären." Mit Durchsagen in den Sonderbussen wurden die Extraschicht-Besucher darauf hingewiesen, "so dass sie Bescheid wussten und viel Verständnis hatten".
Eine Nacht der Gegensätze sollte es werden im Bernepark. Der Gegensatz von Feuer - in dem einen Klärbecken - und Wasser im gegenüberliegenden war dabei noch nicht einmal die Hauptüberlegung, verrät Natascha Sasdoski. Der gesamte Ort sei schließlich ein Gegensatz: "Wer denkt denn bei einer Kläranlage an Kultur, an einen Ort zum Wohlfühlen?" Im Oktober 2010 gab es die ersten Überlegungen und Ideen. Es entwickelte sich der Grundgedanke, "die Kläranlage auf andersartige Weise zu bespielen". Am Ende stand das Programm, für das im Vorfeld gut 200 Scheinwerfer aufgebaut und zwei Kilometer Kabel verlegt worden waren. Von Freitagmorgen 9 bis nachts um 2 Uhr waren zehn Veranstaltungstechniker eingespannt.
Ein Einsatz, der mit einer spektakulären Show und zufriedenen Besuchern belohnt wurde. Bei den ersten Trommelschlägen der "Firedancer" herrschte gebannte Stille, beim Einsatz des mystischen Didgeridoos lauschten die Besucher gespannt und schauten staunend in das ehemalige Klärbecken, genossen das Zusammenspiel von Feuer und Musik. Die Show sei übrigens im Vorfeld eigens für die besondere Umgebung entwickelt worden, sagt Natascha Sadowski. "Die 'Firedancer' haben ihre Show an die Gegebenheiten hier angepasst."
Drei Mal trat die Gruppe aus dem Raum Wiesbaden in der Nacht auf. Aber auch wenn in dem einen Klärbecken Pause war, gab es rund um das ehemalige Maschinenhaus genug zu entdecken. Wer wollte, konnte auf der Insel im anderen Klärbecken einem Hörspiel lauschen, das die Geschichte von Prometheus erzählte. Was konnte auch besser passen als die Geschichte des Titans, der den Menschen das Feuer brauchte und dafür von den Göttern des Olymps grausam bestraft wurde. Die Emschergenossenschaft hatte inszenierte Führungen durch die ehemalige Kläranlage im Angebot und auch die Bottroper Kulturwerkstatt beteiligte sich an dem Programm rund um die beiden ausgedienten Klärbecken. Von "Automaten" konnten sich die Besucher wahlweise motivieren oder beschimpfen lassen.
Alles gut also? Einen Wermutstropfen gab es bei einer ansonsten gelungenen Bottroper Extraschicht: Nur jeweils ein Getränke- und Essensstand waren für die vielen Besucher eindeutig zu wenig.
(11.07.2011)


